ÖSTERREICH HAT AUCH KOPISTEN:
Kopist arbeitete bei
der Zillertalbahn 27.6.2023: Technik-Vorstand Helmut
Schreiner mit Doktorarbeit in Riga ist gescheitert:
Das war nur eine übersetzte Dissertation aus Aachen -
und sein Dr.-Titel ist in Innsbruck gekauft: Doktorarbeit abgeschrieben: Zillertalbahn-Vorstand
Helmut Schreiner muss gehen
https://exxpress.at/doktorarbeit-abgeschrieben-zillertalbahn-vorstand-helmut-schreiner-muss-gehen/
Der Technik-Vorstand der Zillertaler
Verkehrsbetriebe AG, Helmut Schreiner, muss
nach Bekanntwerden einer offenbar
abgeschriebenen, an der Universität Riga in
Lettland eingereichten, Doktorarbeit gehen.
Die Arbeit war offenbar ein Komplett-Übersetzungsplagiat
einer im Jahr 2020 an der Technischen
Hochschule in Aachen genehmigten
Dissertation.
Auch als Geschäftsführer der im
Mehrheitseigentum des Landes stehenden
Achenseebahn muss Schreiner seinen
Hut nehmen. “Aufgrund der schwerwiegenden
Vorwürfe und dem damit massiv geschädigten
Vertrauensverhältnis habe ich in meiner Funktion
als Mehrheitseigentümervertreter der
Achenseebahn GmbH bereits einen Rechtsanwalt
damit beauftragt, das Dienstverhältnis mit dem
Geschäftsführer fristlos und unverzüglich
aufzulösen”, ließ Verkehrslandesrat Rene
Zumtobel (SPÖ) die APA wissen.
Vergangene Woche war Schreiner bereits
wegen des unrechtmäßigen Führens eines
Doktortitels, angeblich “erworben” an der
Universität Innsbruck, unter
Beschuss geraten. Der Doktortitel war offenbar
auch zu Unrecht in seinem Reisepass vermerkt. Er
sei “zutiefst überrascht und konsterniert”, so
Hörl. Es hätte “für uns als Dienstgeber keinen
Unterschied gemacht, ob unser technischer
Vorstand nun Diplomingenieur oder Dr. ist”,
betonte der ÖVP-Wirtschaftsbundchef. Dennoch sei
zur Kenntnis zu nehmen, dass die vorgeworfenen
Fehlleistungen “in großen Teilen zutreffen”. Um
weiteren Schaden abzuwenden, werde nun ein
Schlussstrich gezogen. Trotzdem wolle er
klarstellen, dass Schreiner “einwandfrei
gearbeitet” habe: “Daher und auch aus Respekt
vor seinem Umfeld lehne ich überschießende
Muskelspiele ab. Niemand muss jetzt ein Exempel
statuieren.” Bei der regulären
Aufsichtsratsitzung am Montag werde “neu
durchgestartet, um so schnell wie möglich einen
adäquaten Nachfolger zu finden”. Am
eingeschlagenen Weg des Projekts Wasserstoffbahn
ändere die Causa nichts, erklärte der
Aufsichtsratsvorsitzende nach einer Sitzung des
Gremiums.
Entdeckte das Plagiat: Stefan Weber - der
Plagiatsjäger
Von Plagiatsjäger Stefan Weber
überführt
Schreiner hat
offenbar laut “Tiroler Tageszeitung” einfach
kopiert und die ursprüngliche Dissertation über
Mobilität im deutschen Landkreis Heinsberg in
Nordrhein-Westfalen ins Englische übersetzt oder
übersetzen lassen. Vom Inhaltsverzeichnis über
den Forschungsgegenstand und die Analysen bis zu
den vermeintlichen Interviewpartnern. Die
deutschen Gemeinden und Städte wurden dabei mit
den Orten im Zillertal ausgetauscht. In der
Arbeit, die der APA vorliegt, geht es um die
“Implementierung von Smart Mobility in
ländlichen Regionen”. Auch die Zillertalbahn als
künftige “Wasserstoffbahn”, als dessen
Verfechter Schreiner gilt,
ist Thema “seiner” Doktorarbeit.
Auf die Schliche kam Schreiner der
als “Plagiatsjäger” bekannte Salzburger
Kommunikationswissenschafter Stefan Weber.
Dieser hatte “über Umwege”, wie er sagte, ein
Exemplar erhalten, nachdem Schreiner selbst
die neue Dissertation aus Riga an eine
Teilöffentlichkeit disseminiert habe, um seinen
Anspruch auf den Doktortitel nach den
ursprünglichen Vorwürfen nachzuweisen. Dabei
stieß Weber auf Ungereimtheiten im empirischen
Teil bei Schreiners Interviewpartnern.
“Ich habe das nahezu komplette
Übersetzungsplagiat über Umwege mit der
Plagiatssoftware Turnitin entdeckt”, so der
Wissenschafter. Das Plagiat erstrecke sich vom
Inhalts- bis zum Literaturverzeichnis, urteilte
Weber. Es handle sich um einen “schwerwiegenden
Fall von Wissenschaftsbetrug, der alle Formen
wissenschaftlichen Fehlverhaltens – Plagiat,
Datenfälschung und Datenerfindung – auf
einmalige Weise in sich vereint.” Rund 22.000
Euro kostete laut Weber das Doktorat in Riga,
das von der “University of Salzburg Business
School” angeboten wird.
Vergangene Woche hatte Schreiner einräumen
müssen, dass er über den Anfangsprozess für eine
Dissertation zum Thema Wasserstoff an der
Universität Innsbruck nicht hinausgekommen war.
Gleichzeitig verwies er darauf, dass er
zwischenzeitlich ein Studium an der Universität
Riga abgeschlossen habe. Es fehle nur noch die
Verleihung der Doktorwürde.
Die Landes-Opposition hatte jedenfalls personelle
Konsequenzen gefordert und nahm die Causa einmal
mehr zum Anlass, das Projekt Zillertalbahn als
“Wasserstoffbahn”, für das kürzlich von der
ÖVP/SPÖ-Landesregierung der Grundsatzbeschluss
gefallen war, infrage zu stellen. Schreiner sei “nicht
mehr länger tragbar”, erklärte FPÖ-Chef Markus
Abwerzger und fügte hinzu: “Wir fordern die
vorläufige Einstellung sämtlicher Förderungen
seitens des Landes und eine Untersuchung der
Mittelverwendungen in den vergangenen Jahren.”
Abwerzger ortete die Gefahr, dass die Causa
“Wasserstoffbetrieb der Zillertalbahn” zu einem
“unermesslichen Problemfall” werden könne.
Liste Fritz-Klubobmann Markus Sint verlangte
ebenfalls den Abgang des Vorstandes und ortete einen
“Kriminalfall”. Schreiner sei
“unmittelbar und federführend” mit dem
millionenschweren Wasserstoffzugprojekt der
Zillertaler Verkehrsbetriebe beschäftigt und betraut
gewesen. “Es sollte für den Aufsichtsrat der
Zillertalbahn und für die schwarz-rote
Landesregierung selbstverständlich sein, dass im
Lichte des Kriminalfalls um Herrn Schreiner das
millionenteure Wasserstoffzugprojekt der
Zillertalbahn komplett neu zu bewerten ist”, so
Sint.
Grünen-Chef Gebi Mair sah einen “Dr. Schmalspur”
und nahm Zillertalbahn-Aufsichtsratschef, ÖVP-Abg.
und Wirtschaftsbund-Obmann Franz Hörl ins Visier,
dessen “Lieblingsprojekt” die Wasserstoffbahn sei.
“Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er
auch die Wahrheit spricht. Franz Hörls Projekt
Wasserstoffbahn im Zillertal beruht von Anfang an
auf einer großen Lüge”, meinte Mair in einer
Aussendung. Schreiner habe
dem Land Tirol ein “unnötig teures Projekt
unterjubeln” wollen.
NEOS-Landessprecher und Klubobmann Dominik
Oberhofer zeigte sich “fassungslos”. Es ist
eigentlich kaum zu glauben, welche Verfehlungen rund
um die Dissertation von Schreiner ans
Tageslicht gekommen sind. Eine Doktorarbeit zu
kopieren und einfach ein paar Worte auszutauschen,
das ist schwerer Betrug und ein Fall für die
Staatsanwaltschaft”, meinte er. Dass vorerst keine
weiteren Zahlungen von öffentlichen Geldern an das
Unternehmen erfolgen und das Projekt
“Wasserstoffbahn” vorerst auf Eis liegt, “versteht
sich hoffentlich von selbst”.
Foto: Sie hat kopiert aus:
1. Krieg in Israel - Radikale Ideologie 8.10.2023:
https://www.sueddeutsche.de/politik/israel-krieg-hamas-ideologie-1.6278966
2. Bundeszentrale für politische Bildung, Dossier
Islamismus, Seite 146ff, erschienen am 23.1.2017:
http://81.169.143.104/archiv/Verschiedenes/pdflib-36337.pdf
Der Artikel:
Heftige Vorwürfe gegen eines der Aushängeschilder des
österreichischen Qualitätsjournalismus: Alexandra
Föderl-Schmid (52), Vizechefin der Süddeutschen
Zeitung und ehemalige Co-Herausgeberin des „Standard“
soll massiv abgeschrieben haben.
Drei Texte der stellvertretenden SZ-Chefredakteurin
hat das Portal „Medieninsider“ zerpflückt. Dabei
entdeckten sie in Artikeln von Alexandra Föderl-Schmid
Übereinstimmungen mit offenbar verwendeten, aber nicht
gekennzeichneten Quellen. Konkreter: Formulierungen
wurden fast 1:1 übernommen. Über die
Veröffentlichungen einer Darstellung der
Hamas-Ideologie heißt es: „Dabei wurden Formulierungen
der Autoren der Bundeszentrale für politische Bildung
ebenso übernommen wie Zitate, die wiederum dort zu
finden sind“.
Korrespondentin für Israel
Brisant: Der “österreichische
Journalistinnenkongress” hat erst im November
die Goldene Medienlöwin an Föderl-Schmid
verliehen. Vor dem Hintergrund des aktuellen
Weltgeschehens sind ihre Texte derzeit besonders
im Fokus. Bevor sie zur 2017 SZ ging, war sie
Korrespondentin für Israel und die
palästinensischen Gebiete. Sie wechselte 2017
zur “SZ”, davor war sie zehn Jahre lang
Chefredakteurin des Standard.