https://orf.at/stories/3388189/
Fototext:
-- Die Drohnen helfen, nicht nur Lasten zu transportieren, sie
bieten auch einen Überblick über den zerklüfteten Eisbruch
-- Vom Basislager aus werden die Drohnen gesteuert.
Der Artikel:
Kurz vor dem Start der Bergsteigersaison auf dem Mount Everest
haben die Vorbereitungen für die Standardroute auf der
nepalesischen Seite begonnen. Seit Freitag wird die
gefährlichste Stelle, der Khumbu-Eisbruch, von einem
Sherpa-Team gesichert – erstmals mit Hilfe von Drohnen. Die
Arbeit soll so sicherer und effizienter werden. Dennoch gibt
es Kritik.
Die Hauptsaison für das Besteigen des Mount Everest und
weiterer der welthöchsten Berge im Himalaya ist auf wenige
Wochen im April und Mai begrenzt. Die Sherpas, die seit Mitte
der Woche im Basislager stationiert sind, verrichten als „Ice
Fall Doctors“ vorab schon einen der riskantesten Jobs der
Welt. Jahr für Jahr muss die Route völlig neu gesucht und mit
Leitern, Seilen und Kletterhaken gesichert werden.
Der Eisbruch bewegt sich im Schnitt um einen Meter pro Tag,
meterhohe Eistürme können jederzeit einstürzen. Seit 1953 sind
im Khumbu-Eisbruch fast 50 Menschen ums Leben gekommen, so die
Aufzeichnungen der Himalayan Database und der nepalesischen
Regierung.
Laut der nepalesischen NGO Sagarmatha Pollution Control
Committee (SPCC), die von der Regierung beauftragt ist, die
Kletterroute zu sichern, Klettergenehmigungen zu überprüfen
und für ein Abfallmanagement zu sorgen, sind heuer elf Männer
als „Ice Fall Doctors“ im Einsatz. Wie die „Himalayan Times“
am Donnerstag berichtete, wurden drei davon als Drohnenpiloten
ausgebildet, unterstützt werden sie von fünf zusätzlichen
Experten, die im Basislager für die Flüge verantwortlich sind.
Drohnen als fliegende Müllabfuhr
Die Drohnen sollen in weiterer Folge auch zum Abtransport von
den vielen Tonnen an Müll verwendet werden, die sich Jahr für
Jahr auf dem höchsten Berg der Welt ansammeln.
Mingma Chiri Sherpa, Vorsitzender der Rural Municipality
Khumbu Pasang Lhamu, sagte: "Viele Sherpas haben allein im
Khumbu-Eisbruch ihr Leben verloren. Sie müssen den Abschnitt
etwa 15-mal in einer einzigen Everest-Expedition durchqueren,
das ist ein großes Risiko. Der Einsatz von Drohnen minimiert
den Fußverkehr, wenn Abfälle und gebrauchte Geräte
abtransportiert werden müssen.
Expeditionsunternehmen sollen investieren
Voriges Jahr wurden unterschiedliche Drohnen getestet, das
heurige Pilotprogramm soll Expeditionsveranstalter davon
überzeugen, in die Technologie zu investieren. Bei den ersten
Versuchen wurden mit einer DJI Flychart 30, einer rund 65.000
Euro teuren Speziallastdrohne, bis zu 225 Kilogramm Ausrüstung
pro Stunde zwischen Basislager auf einer Höhe von rund 5.300
Metern und dem 6.100 Meter hohen Lager I transportiert. Für
diese Aufgabe müssten 14 Sherpas normalerweise sechs Stunden
auf- bzw. absteigen.
Nicht alle sind von der technischen Aufrüstung auf dem über
8.800 Meter hohen Berg begeistert. „Die Einführung von Drohnen
könnte Tausenden von Sherpas die Lebensgrundlage entziehen“,
so Ajay Kumar Rai, Generalsekretär des Nepal Trade Union
Congress, gegenüber der britischen Zeitung „The Telegraph“.
„Sechs Monate lang riskieren sie ihr Leben auf dem Everest und
den Rest des Jahres haben sie keine Arbeit. Wenn Drohnen sie
ersetzen, was werden sie dann tun?“ Die Technologie könne für
Sherpas existenzbedrohend sein, so der Politiker: „Wir fordern
die nepalesische Regierung auf, entweder den Einsatz von
Drohnen zu stoppen oder dafür zu sorgen, dass diese Arbeiter
eine andere Arbeit finden.“
Rund 4.000 Euro Jahresverdienst
Während Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus aller Welt
Zehntausende Euro für eine Expedition auf den Mount Everest
zahlen – allein die Genehmigung kostet heuer im Frühjahr
10.550 Euro – verdienen Sherpas für ihre gefährliche Arbeit
nur rund 4.000 Euro in der Saison. Für nepalesische
Verhältnisse ist der Job gut bezahlt – das
Durchschnittseinkommen liegt dort bei rund 1.300 Euro.
„Wenn diese idiotische Initiative weitergeht, sollte die
Regierung den Sherpas mit den von den Bergsteigern
eingenommenen Lizenzgebühren Lebensmittel und
Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung stellen“, fordert auch
der nepalesische Abgeordnete Rajendra Bajgain gegenüber dem
„Telegraph“.
2024 schafften es insgesamt 861 bis ganz nach oben, 787 davon
von Nepal aus, davon waren wiederum 468 Sherpas und andere
bezahlte Bergführer. Weil die Tage, in denen die
Wetterbedingungen einen Aufstieg möglich machen, rar sind, kam
es in den vergangenen Jahren immer wieder zu regelrechten
Ameisenstraßen und Stausituationen.
Ungeachtet der Kritik an der zunehmenden Kommerzialisierung
des Berges werden aber auch in diesem Jahr wieder Hunderte
Menschen versuchen, den Gipfel zu erreichen, laut „Himalayan
Times“ wurden bereits 420 Genehmigungen erteilt.
sofe, ORF.at
https://orf.at/stories/3394217/
Der britische Bergsteiger Kenton Cool hat heute zum 19.
Mal den Gipfel des Mount Everest erreicht und gilt damit
als Mensch mit den meisten Besteigungen des 8.849 Meter
hohen Berges, der nicht der ethnischen Gruppe der
Sherpas aus der Region angehört.
Ihre Außenstelle am Basislager des Everest habe den 19.
erfolgreichen Aufstieg Cools bestätigt, sagte ein
Sprecher der nepalesischen Tourismusabteilung. Cool habe
in der Früh (Ortszeit) auf dem Gipfel des Everest
gestanden, sagte der Expeditionsveranstalter Lukas
Furtenbach.
Cool hatte den Berg im Himalaya zum ersten Mal 2004
bestiegen. Seitdem hat er diese Leistung fast jedes Jahr
wiederholt. Der Rekordhalter für die meisten
Everest-Besteigungen ist der Bergführer Kami Rita Sherp.
Er hat den Gipfel bereits 30-mal bezwungen. Er führt in
der aktuellen frühjahreszeitlichen Klettersaison erneut
ein Team auf dem Weg zur Spitze des Everest an und
könnte es bald zum 31. Mal schaffen.
https://orf.at/stories/3407470/
Auf der tibetischen Seite des Mount Everest sind
staatlichen chinesischen Medien zufolge bis zu 1.000
Menschen in Bergsteigerlagern von einem Schneesturm
eingeschlossen worden.
Heute sei ein Rettungseinsatz angelaufen, hieß es.
Schneemassen blockierten die Zufahrtsstraßen und Wege zu
den Zeltlagern in dem auf über 4.900 Meter Höhe
gelegenen Gebiet. Rettungsmannschaften und Hunderte
Dorfbewohner seien im Einsatz, um die Wege freizuräumen.
Der Mount Everest ist 8.848 Meter hoch.
Einige Touristen konnten den Berichten zufolge bereits
in Sicherheit gebracht werden. Die starken Schneefälle
hatten am Freitagabend begonnen, woraufhin die Behörden
den Zugang zum Mount-Everest-Gebiet später sperrten. Im
benachbarten Nepal kamen seit Freitag 47 Menschen durch
heftige Regenfälle und Sturzfluten ums Leben.
Zeltlager am Mount Everest eingeschneit am
6.10.2025: Wieso gehen die im Herbst noch dort hoch?
Erster Toter bei Drama am Mount Everest – auch Geshuang
Chen (29) vom Schneesturm überrascht: «Ich hatte grosses
Glück, da rauszukommen»
https://www.blick.ch/ausland/heftiger-schneesturm-fast-1000-bergsteiger-stecken-am-mount-everest-fest-id21295330.html
Marian Nadler und Keystone-SDA - Ein schwerer Schneesturm
hat fast 1000 Bergsteiger am Mount Everest eingeschlossen.
Auf der tibetischen Seite des Bergs kämpfen Rettungskräfte
gegen meterhohe Schneemassen, um die Menschen zu befreien.
Es gibt erste Rettungen.
Ein unerwarteter
Schneesturm hat fast 1000 Bergsteiger und Touristen am Mount
Everest eingeschlossen, wie chinesische Staatsmedien
berichten. Die Situation auf über 4900 Metern Höhe auf der
tibetischen Seite des höchsten Berges der Welt ist kritisch.
Laut den Berichten wurden Zelte vom Schnee komplett bedeckt
oder zerstört. Nun hat das Schnee-Chaos ein erstes Opfer
gefordert.
Während 350
Menschen bereits gerettet wurden, bestätigten die
Rettungsdienste gegenüber chinesischen Staatsmedien, dass
ein Mann ums Leben gekommen war. Er starb laut dem
chinesischen Sender CCTV, an Unterkühlung und Höhenkrankheit
– auch internationale Medien berichteten über das Opfer.
Bergsteiger hatten
grosses Glück
Unter den
Eingeschlossenen befindet sich Naturfotograf Dong Shuchang
(27). Er freute sich darauf, das Wunder des Himalaya von den
tibetischen Hängen aus einzufangen, als der Schneesturm nur
wenige Stunden nach Beginn seiner Wanderung am Samstag
losbrach. «Die Blitze und Gewitter hörten nicht auf. Der
Schneefall war so stark, dass ich kaum schlafen konnte»,
sagte er gegenüber BBC. Seine Gruppe hatte eine Höhe von
4600 Metern erreicht, bevor sie sich zur Umkehr entschloss.
«Unsere Windjacken
und Regenmäntel waren dem Schnee nicht gewachsen. Wir waren
alle durchnässt», sagte er und fügte hinzu, dass mehrere
Personen in seiner 20-köpfigen Gruppe Anzeichen von
Unterkühlung zeigten. Er war zwar schon mehr als ein Dutzend
Mal im Himalaya, sagte aber, er habe «noch nie ein solches
Wetter erlebt».
Die 29-jährige
Geshuang Chen berichtete gegenüber BBC: «Ich hatte grosses
Glück, da herauszukommen.» Sie sagte, der Schnee sei etwa
einen Meter tief gewesen, als die Gruppe am Sonntag ihren
Rückzug antrat. «Wir sind alle erfahrene Wanderer», sagte
sie. «Aber dieser Schneesturm war trotzdem extrem
schwierig.»
Eric Wen sagte
gegenüber Reuters, dass drei Personen seiner Gruppe an
Unterkühlung litten, obwohl sie angemessen gekleidet waren.
Sie schliefen kaum, weil es zu stark schneite und seine
Gruppe alle zehn Minuten den Schnee räumen musste. «Sonst
wären unsere Zelte eingestürzt.»
Hunderte Menschen
warten noch auf Rettung
Die geretteten
Personen wurden sicher in die nächstgelegene Ortschaft
Qudang gebracht, berichtete das chinesische Staatsfernsehen.
Zu mehr als 200 weiteren Personen bestehe inzwischen
Kontakt, sie sollten nach und nach ebenfalls den Sammelpunkt
erreichen. Das betroffene Gebiet ist als sogenanntes
Karma-Tal bekannt. Wie viele Menschen genau sich dort
weiterhin aufhalten, ist noch unklar. Das Tourismusgebiet
wurde vorübergehend geschlossen. Über die Region waren
Unwetter hinweggezogen.
Hunderte Menschen
harren weiter auf dem Gipfel aus. Ihnen droht Unterkühlung.
Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und die Situation ist
dramatisch.
Heftigster
Schneesturm seit Jahren
Seit Sonntag läuft
ein grossangelegter Rettungseinsatz. Meterhohe Schneemassen
blockieren Zufahrtsstrassen zu den Lagerplätzen. Der
Schneesturm begann am Freitagabend. Als Reaktion darauf
sperrten die Behörden das Mount-Everest-Gebiet am
Samstagabend für Besucher.
Die Auswirkungen
des Unwetters reichen bis ins benachbarte Nepal. Dort
forderten heftige Regenfälle und plötzliche Sturzfluten seit
Freitag mindestens 47 Menschenleben. Die Situation am Mount
Everest bleibt angespannt. Die Rettungskräfte setzen alles
daran, die eingeschlossenen Bergsteiger in Sicherheit zu
bringen.
Everest-Region am 7.10.2025: TouristInnen in
den Zeltlagern auf ca. 4000m spielen mit dem Kältetod:
Drama am Everest: «Eingeschneite sind Touristen», keine
Bergsteiger
https://www.nau.ch/news/china/drama-am-everest-eingeschneite-sind-touristen-keine-bergsteiger-67052003
Anna Baumert - China - Auf dem Mount Everest sitzen nach
einem Schneesturm noch immer 200 Touristen fest. Neben Kälte
und Nahrung könnte fehlender Sauerstoff zum Problem werden
Ein heftiger Schneesturm ist über die
Mount-Everest-Region gefegt. Chinesischen Staatsmedien
zufolge waren zunächst fast
1000 Menschen auf der Ostseite des Mount
Everest auf 4900 Metern Höhe einschneit.
Hunderte Menschen wurden am Mount Everest
von einem Schneesturm überrascht.
Die auf einer Höhe von 4900 Metern
Eingeschneiten sind Touristen, keine Bergsteiger.
Ungeübte Touristen verbrauchen einem
Experten zufolge sechsmal mehr Sauerstoff.
Ein heftiger Schneesturm ist über die Mount-Everest-Region
gefegt. Chinesischen Staatsmedien zufolge waren zunächst fast
1000 Menschen auf der Ostseite des Mount Everest auf 4900
Metern Höhe einschneit.
Inzwischen konnten mindestens 350 Touristen gerettet werden.
Es gibt aber auch Berichte über einen Todesfall: Ein Mann soll
an Unterkühlung und Höhenkrankheit gestorben sein.
Noch immer sitzen rund 200 Menschen auf dem höchsten Berg der
Welt fest – unter lebensgefährlichen Bedingungen.
Touristen verbrauchen viel mehr Sauerstoff
Extrem-Bergsteiger Benedikt Böhm zufolge sind Kälte, Wasser
und Nahrung aber wohl nicht deren grösstes Problem.
Er erklärt gegenüber der deutschen «Bild»-Zeitung, die Touren
am Everest seien «hyperkommerzialisiert» und die Zelte
«bestimmt gut».
«Allerdings sind die Leute dort keine Bergsteiger. Das sind
Touristen, die in wenigen Wochen auf die Tour durch die
Todeszone vorbereitet wurden», betont der deutsche
Speed-Bergsteiger.
Aufnahmen zeigen Touristen, die bereits gerettet werden
konnten.
Aufnahmen zeigen Touristen, die bereits gerettet werden
konnten. - Tibet Firefighting Departement
Das Bild zeigt laut einem indischen Journalisten die
Touristinnen und Touristen, die wegen eines Sturms auf dem
Mount Everest festsitzen.
Das Bild zeigt laut einem indischen Journalisten die
Touristinnen und Touristen, die wegen eines Sturms auf dem
Mount Everest festsitzen. - X/@Ravi4Bharat
Sie brauchen mehr Sauerstoff als geübte Bergsteigerinnen und
Bergsteiger, erklärt ein Experte.
Sie brauchen mehr Sauerstoff als geübte Bergsteigerinnen und
Bergsteiger, erklärt ein Experte. - X/@Ravi4Bharat
In der Mount-Everest-Region hat ein heftiger Schneesturm
gewütet. (Archiv)
In der Mount-Everest-Region hat ein heftiger Schneesturm
gewütet. (Archiv) - keystone
In Zeltlagern am Mount Everest sollen mehrere hundert Personen
festsitzen. (Archiv)
In Zeltlagern am Mount Everest sollen mehrere hundert Personen
festsitzen. (Archiv) - keystone
Ein Experte hofft, dass die Organisatoren genügend
Sauerstoffflaschen mitgenommen haben. (Archiv)
Ein Experte hofft, dass die Organisatoren genügend
Sauerstoffflaschen mitgenommen haben. (Archiv) - keystone
Bei einem ungeübten Touristen sei der Sauerstoffverbrauch
sechsmal höher als bei einem geübten Bergsteiger.
Böhm hält fest: «Ich hoffe, dass die Organisatoren genügend
Sauerstoffflaschen mit hochgenommen haben.»
«Alle in Zelte, Schotten dicht»
Böhms Bergsteiger-Kollege Alexander Huber zeigt sich gegenüber
der Zeitung zuversichtlich.
«Chinesen sind in der Regel gut organisiert», sagt er. «Wenn
sie 1000 Menschen dort hochbringen, dann bringen sie die in
der Regel auch wieder runter.»
00:00 / 00:00
Die Touristen stecken wegen eines Sturms fest. Dieses Video
soll sie auf dem Berg zeigen. - X/@Ravi4Bharat
Böhm rät den Eingeschlossenen derweil: «Alle in die Zelte,
Schotten dicht, ausharren, so wenig Energie wie möglich
verbrauchen und bloss keinen Lager-Koller bekommen.»
Letzteres könne auf so engem Raum schnell passieren – «vor
allem, wenn der Sturm dauernd am Zelt rüttelt».
Nach Schneesturm drohen Lawinen
Eine Rettungsaktion läuft, die vielen blockierten Strassen
machen es den Rettern aber nicht leicht. Und das Wetter birgt
weitere Gefahren.
«Wir reden beim Mount Everest schnell mal von Höhen, in denen
sonst Flugverkehr stattfindet», sagt Böhm. Gerade im Herbst
herrsche «ein enormer Jetstream», der das Wetter sehr schnell
verändere.
Würdest du gerne mal den Mount Everest besteigen?
Eine weitere Herausforderung der Rettungsteams: «Die Lawinen
nach einem Schneesturm machen die Rettung so gefährlich.»
Helikopter könnten nur auf Sicht fliegen. «Die Wucht der
Rotorblätter kann zudem Lawinen auslösen», so Böhm.