
Irak 26.9.2017: Abstimmung über kurdische
Unabhängigkeit: 91,83% der Kurden stimmen "Ja"
Kurden-Referendum: Knapp 92 Prozent sagen "Ja" zu
Unabhängigkeit
https://de.sputniknews.com/politik/20170926317608517-kurden-referendum-unabhaengigkeit/
<Nach Auszählung von 3,44 Millionen Stimmen beim
kurdischen Unabhängigkeitsreferendum haben 91,83 Prozent
der Wahlberechtigten mit „Ja“ gestimmt. Dies teilte die
Hohe unabhängige Wahlkommission Kurdistans RIA Novosti
mit.
„Nach Auszählung von 3,44 Millionen Stimmen haben 91,83
Prozent mit,Ja‘ gestimmt, 8,17 Prozent mit,Nein‘“, hieß es.
Zuvor war berichtet worden, dass insgesamt 3,4 Millionen von
den 5,2 Millionen Wahlberechtigten an dem Referendum
teilgenommen haben. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 72,16
Prozent.
Mit über 90 Prozent war die Zahl der „Ja“-Wähler
in den kurdischen Gebieten der umstrittenen Provinz
Kirkuk sowie im jesidischen Gebiet Sindschar und in den
christlichen Gebieten der Provinz Ninive besonders hoch. Die
meisten Gegner der Unabhängigkeit – 49 Prozent — habe
es in der Stadt Sulaimaniyya gegeben.>
Link: Putin,
Erdogan und Rouhani über Referendum im Irakischen Kurdistan
– Peskow
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29.9.2017: <USA erkennt
Unabhängigkeitsabstimmung der Regionalregierung Kurdistans
nicht an>
https://deutsch.rt.com/international/58228-usa-erkennt-unabhangigkeitsabstimmung-regionalregierung-kurdistans/
<Die USA erkennen die
Legitimität des einseitigen Unabhängigkeitsreferendums der
irakischen Regionalregierung Kurdistan nicht an, wie
US-Außenminister Rex Tillerson in einer Erklärung
bekanntgab.
Washington rief alle Parteien, einschließlich der
irakischen Nachbarn, dazu auf, sich nach dem Referendum zu
beruhigen und auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten.
Tillerson verwies dabei offenbar auf frühere
Äußerungen der Türkei.
Die Vereinigten Staaten erkennen das einseitige Referendum
der Regionalregierung Kurdistan von Montag nicht an.
Der Abstimmung und dem Resultat mangelt es an
Legitimität und wir werden weiterhin einen
vereinigten, föderativen, demokratischen und
prosperierenden Irak zu unterstützen," soTillerson.
Mehr zum Thema - Nach
Kurdistan-Referendum: Irakisches Parlament entsendet
Truppen nach Kirkuk gegen Peshmerga
Er appellierte ferner an alle Parteien, nach der
Volksabstimmung den gegenseitigen Beschuldigungen und
Drohungen ein Ende zu setzen.
Wir fordern Besonnenheit und ein Ende der
lautstarken gegenseitigen Beschuldigungen und
Drohungen".>
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Entgegen einer landläufigen Meinung ist Rojava kein Staat
für das kurdische Volk, sondern eine französische
Fantasievorstellung der Zwischenkriegszeit. Ziel war es,
einen Pseudo-Staat mit Kurden zu schaffen, der dem
Großisrael entspricht, der mit Juden ins Auge gefasst wurde.
Dieses koloniale Ziel wurde von den Präsidenten Sarkozy,
Hollande und Macron wiederbelebt, bis zur ethnischen
Säuberung der Region, um dort das kurdische Volk zu
beherbergen.
- Präsident
Francois Hollande und sein damaliger
Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian empfingen im
Elysée-Palast eine kurdische Delegation, in Anwesenheit
von Bernard-Henri Lévy, der die Katastrophen in
Tunesien, Ägypten und Libyen anordnete.

- Der
französische Hochkommissar für die Levante, General
Henri Gouraud, rekrutiert mit Hilfe der Türken 900 Mann
aus dem kurdischen Millis-Clan, um die
arabisch-nationalistische Rebellion in Aleppo und Raqqa
niederzuschlagen. Diese Söldner kämpften als
französische Gendarmen unter der Flagge der heutigen
Freien Syrischen Armee (Telegramm vom 5. Januar 1921).
- Quelle: Archives de l’armée de Terre
française.
Das kurdische Volk hatte nie einen Traum von seiner
Vereinigung, mit Ausnahme des Projekts des Fürsten von
Rewanduz. Im 19. Jahrhundert wurde dieser von der deutschen
Nationalauffassung inspiriert und wollte daher die Sprache
vereinheitlichen. Noch heute gibt es mehrere (kurdische)
Sprachen, die eine sehr ausgeprägte Trennung zwischen den
Kurmandschi-, Sorani-, Zazaki- und Gurani-Clans verursachen.
Nach bisher unerschlossenen Dokumenten, über die der
libanesische Intellektuelle Hassan Hamade derzeit ein
verblüffendes Buch schreibt, verhandelte der Präsident des
französischen Ministerrats, Léon Blum, 1936 mit dem Leiter
der Jewish Agency, Chaim Weizmann und den Briten, über die
Schaffung eines Großstaates Israel, von Palästina bis zum
Euphrat, der daher die damals unter französischem Mandat
stehenden Gebiete des Libanon und Syriens einbinden sollte.
Dieses Projekt scheiterte aufgrund des wütenden Widerstands
des französischen Hochkommissars in der Levante, Graf Damien
de Martel. Frankreich – und wahrscheinlich das Vereinigte
Königreich – erwogen damals, östlich des Euphrat einen Staat
Kurdistan zu schaffen.

- Am
4. Februar 1994 empfing Präsident Mitterrand eine
kurdische Delegation von Mitgliedern der türkischen PKK.
Die Kurdenfrage wurde erneut zu einer Priorität bei
Präsident Francois Mitterrand. Mitten im Kalten Krieg wurde
seine Frau Danielle zur „Mutter der Kurden [des
Barzani-Clans]“. Am 14. und 15. Oktober 1989 organisierte
sie in Paris ein Symposium mit dem Thema: „Die Kurden:
Kulturelle Identität, Achtung der Menschenrechte“. Sie
spielte eine verlogene Rolle, indem sie den Tod der Kurden
des Dorfes Halabscha während des Irak-Iran-Krieges der
Grausamkeit von Präsident Saddam Hussein anlastete, während
die Berichte der US-Armee bezeugen, dass tatsächlich der
Wind während einer schrecklichen Schlacht iranisches Gas
verlagert hat [1]. 1992 half sie bei der Bildung einer
kurdischen Marionettenregierung in der irakischen, von
Angelsachsen besetzten Zone.

- Am
31. Oktober 2014 begleitete François Hollande Recep
Tayyip Erdogan auf den Stufen des Elysée-Palastes. Ein
anderer Gast hat sich gerade heimlich durch die
Hintertür entfernt, der pro-türkische Kurde Salih
Muslim.
Während der Präsidentschaft von Nicolas Sarkozy im Jahr
2011 schloss Alain Juppé mit der Türkei ein geheimes
Protokoll zur Schaffung eines Pseudo-Kurdistans ab. Syrien
reagierte nicht. Am 31. Oktober 2014 empfing Präsident
François Hollande offiziell den türkischen
Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan im Elysée-Palast,
angeblich mit dem Ko-Vorsitzenden der YPG, Salih Muslim, um
die Zerstückelung Syriens vorzubereiten. Die kurdischen
Kämpfer hörten auf, sich als Syrer zu betrachten und
begannen ihren Kampf für ihre eigene Heimat. Syrien hörte
sofort auf, ihre Gehälter zu zahlen.

- Am
Ende der Schlacht von Kobane wechselte François Hollande
die Seiten und bekundete seine Unterstützung für die
Kurden, indem er am 8. Februar 2015 eine
pro-US-Delegation der YPG im Elysée-Palast empfing.
Einige Monate später rief Präsident Barack Obama jedoch
Frankreich zur Ordnung auf. Es stehe Paris nicht zu, ein
Pseudo-Kurdistan gemäß seinen alten kolonialen Träumen
auszuhandeln, sondern nur dem Pentagon, entsprechend dem
ethnischen Plan Rumsfeld/Cebrowski. François Hollande beugt
sich und empfängt eine pro-US-kurdische Delegation von Ain
al-Arab („Kobane“ in kurdischer Sprache). Die Türkei aber
weigert sich, sich Washington zu unterwerfen. Dies ist der
Beginn einer langen Meinungsverschiedenheit zwischen den
Mitgliedern der Atlantischen Allianz. In Anbetracht der
Tatsache, dass die französische Kehrtwende gegen das
Abkommen vom 31. Oktober 2014 verstößt, organisieren die
türkischen Geheimdienste mit Daesch die Anschläge vom 13.
November 2015 gegen Frankreich und vom 22. März 2016 gegen
Belgien, das sich gerade auch auf Washington ausgerichtet
hat. [2]. Präsident Erdogan wird die
Attentate auf Belgien unmissverständlich verkünden, und
seine Presse wird sie für sich beanspruchen. Schließlich
organisierte Salih Muslim die Wehrpflicht für junge Kurden
und baute seine Diktatur auf, während Ankara einen
Haftbefehl gegen ihn erließ.

- Dekret
zur Zwangskurdisierung Nordsyriens. Dieses Dokument, das
von den assyrischen christlichen Opfern veröffentlicht
wurde, zeugt von der ethnischen Säuberung durch die SDF
unter US-Militäraufsicht.
Im Oktober 2015 gründete das Pentagon die Syrischen
Demokratischen Kräfte (SDF), eine Einheit türkischer und
syrisch-kurdischer Söldner, darunter einige Araber und
Christen, um ethnische Säuberungen durchzuführen, ohne
öffentlich die Verantwortung dafür zu übernehmen. Die SDF
vertreiben assyrische arabische und christliche Familien.
Kämpfer aus dem Irak und der Türkei ließen sich in ihren
Häusern nieder und nahmen ihr Land in Besitz. Der
syrisch-katholische Erzbischof von Hassake-Nisibi,
Erzbischof Jacques Behnan Hindo, wird mehrmals bezeugen,
dass kurdische Führer vor ihm über einen Plan zur Ausrottung
der Christen der „Rojava“ gesprochen haben. Französische
Spezialeinheiten werden Zeuge dieses Verbrechens gegen die
Menschlichkeit, ohne sich zu rühren. Am 17. März 2016 wurde
die Autonomie von «Rojava“ (Pseudo-Kurdistan in Syrien)
erklärt. [3]. Aus Angst vor der Verbindung
zwischen der türkischen PKK und dem irakischen Barzani-Clan,
die den Weg für die Schaffung eines Großkurdistans ebnen
würde, schickte die irakische Regierung Waffen an die PKK,
um die Barzanis zu stürzen. Das Ergebnis war eine Serie von
Morden an kurdischen Führern durch gegnerische Clans.
Ende 2016 markierte der teilweise Rückzug der russischen
Armee, gefolgt von der Befreiung Aleppos durch die syrische
arabische Armee, die endgültige Umkehr des Krieges. Sie
fallen im Januar 2017 mit der Ankunft von Präsident Donald
Trump im Weißen Haus zusammen, dessen Wahlplattform ein Ende
der Rumsfeld/Cebrowski-Strategie, ein Ende der massiven
Unterstützung für Dschihadisten und den Abzug der NATO- und
US-Truppen aus Syrien fordert. Frankreich erleichtert die
Reise junger anarchistischer Kämpfer nach Rojava, welche,
überzeugt die kurdische Sache zu verteidigen, aber für das
Atlantische Bündnis kämpfen [4]. Nach Frankreich zurückgekehrt,
werden sie sich als ebenso unkontrollierbar erweisen wie die
jungen französischen Dschihadisten. So wird nach Angaben der
DGSI (Innerer Abwehrdienst) einer dieser Kämpfer versuchen,
während der Evakuierung des Flughafens Notre-Dame-des-Landes
einen Gendarmerie-Hubschrauber abzuschießen [5].
Im Juni 2017 genehmigte Präsident Trump eine gemeinsame
Operation der syrischen arabischen Armee (unter der Leitung
von Präsident Baschar al-Assad) und der SDF (d. h.
pro-amerikanischer kurdischer Söldner) zur Befreiung von
Raqqa, der Hauptstadt von Daesch. [6]. Der Krieg ist vorbei, aber weder
Frankreich noch Deutschland sehen das so.
Allmählich entglitt den Vereinigten Staaten die Kontrolle
über die YPG, und sie interessierten sich nicht mehr dafür.
Die Terrororganisation wird dann zu einem französischen
Spielzeug, wie die Muslimbruderschaft eine britische
Marionette ist.

- Diese
wurde Karte von der Agentur Anadolu im Januar 2019
veröffentlicht. Sie lässt 9 französiche Militärbasen in
Rojava erkennen, von denen 8 von Präsident Emmanuelle
Macron eingerichtet wurden.
Die Türkei ließ daraufhin ihre offizielle Agentur Anadolu
eine Karte der französischen Militärstützpunkte in Rojava
veröffentlichen, deren Zahl unter der Präsidentschaft von
Emmanuel Macron auf neun erweitert wird. Bis dahin war nur
das Zementwerk Lafarge bekannt. Ankara will betonen, dass
Frankreich entgegen seinen offiziellen Erklärungen und im
Gegensatz zu den Vereinigten Staaten weiterhin für die
Teilung Syriens ist.
Im Februar 2018 enthüllte der UN-Botschafter der Russischen
Föderation, Vassily Nebenzia, dass die syrischen Kurden
gerade 120 Daesch-Führern Amnestie gewährt und in die YPG
aufgenommen hätten.
Seit September 2018 bereitet Präsident Trump den Abzug der
US-Truppen aus ganz Syrien vor [7]. Die Aufgabe von „Rojava“ ist an die
Bedingung geknüpft, dass die iranische Route, die dieses
Gebiet überqueren könnte, um den Libanon zu erreichen,
abgeschnitten wird. Dazu wird sich Präsident Erdogan auch im
August bekennen. Die US-Soldaten überwachten dann die
Zerstörung der kurdischen Verteidigungsstrukturen. Ein
Abkommen wurde am 16. September von Russland, der Türkei und
dem Iran gebilligt. Daher steht das Ende dieses
Pseudo-Kurdistans bevor. Frankreich versteht überhaupt
nicht, was geschieht, und ist fassungslos, wenn dann
türkische Truppen brutal in diesen pseudoautonomen Staat
eindringen und die Bevölkerung, die ihn illegal besetzt,
flieht.

- Von
sich selbst sehr eingenommen und von der Realität völlig
abgekoppelt, versichert Jean-Yves le Drian am Set von
France 2, dass Frankreich seine Ziele in Syrien ohne
Risiko verfolgt.
Außenminister Jean-Yves le Drian, der am 10. September zu France2
eingeladen wurde, versucht die Franzosen hinsichtlich der
Folgen dieses Fiaskos zu beruhigen. Er versichert, dass
Frankreich die Situation kontrolliert: Die in Rojava
inhaftierten Dschihadisten werden nicht freigelassen,
sondern in diesem Gebiet vor Gericht gestellt, obwohl es vor
Ort keine Institutionen mehr gibt. Er fährt fort mit der
Behauptung, dass Präsident Erdogan Frankreich unnütz
bedrohe. Schließlich weigert er sich, eine Frage zur Mission
der französischen Armee vor Ort zu beantworten, mitten in
dem Debakel.
Wenn man auch das Schicksal ausblendet, das die
inhaftierten Dschihadisten und die Zivilbevölkerung, die
dieses Land gestohlen haben, erwartet, hat man keine
Nachricht über das Schicksal der Soldaten der neun
französischen Militärstützpunkte. Sie sind im Kreuzfeuer,
zwischen der türkischen Armee, die Präsident Hollande
verraten hat, und der YPG, die Präsident Macron aufgegeben
hat und die der Arabischen Republik Syrien erneut die Treue
geschworen hat.
Übersetzung
Horst
Frohlich
Korrekturlesen
: Werner Leuthäusser
[1] “A War Crime Or an Act of War?”,
Stephen C. Pelletiere, The New York Times, January
31, 2003.
[2] Nach Ansicht von
Anti-Terror-Experten wurden diese Angriffe nicht mit einem
Modus operandi durchgeführt, der mit dem der anderen von
Daesh behaupteten Anschläge vergleichbar ist, sondern
tragen die Spur einer akribischen militärischen
Organisation, einem Kriegsakt, der von einem Staat verübt
wird. „Der
Beweggrund der Attentate von Paris und Brüssel“, von
Thierry Meyssan, Übersetzung Sabine, Voltaire Netzwerk,
28. März 2016.
[3] „Deklaration
von Rojava für ein föderales Syrien“, Übersetzung
Ralf Hesse, Voltaire Netzwerk, 17. März 2016.
[4] „Die
Anarchisten-Brigaden der NATO“, von Thierry Meyssan,
Übersetzung Horst Frohlich, Korrekturlesen : Werner
Leuthäusser, Voltaire Netzwerk, 12. September
2017.
[5] « Ces revenants du Rojava qui
inquiètent les services de renseignement », Matthieu Suc
et Jacques Massey, Médiapart, 2 septembre 2019.
[6] “Secret Russian-Kurdish-Syrian military
cooperation is happening in Syria’s eastern desert”,
Robert Fisk, The Independent, July 24, 2017.
[7] “Trump eyeing Arab ‘boots on the ground’
to counter Iran in Syria”, Travis J. Tritten, Washington
Examiner, September 29, 2018.
https://www.voltairenet.org/article207964.html
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Die einhellige internationale Gemeinschaft verurteilt
fortlaufend die Militäroffensive in Rojava und schaut
hilflos zu, wie zehntausende Kurden, die von der
türkischen Armee verfolgt werden, fliehen. Niemand
greift jedoch ein, weil man denkt, dass angesichts der
von Frankreich geschaffenen unlösbaren Situation und der
von kurdischen Kämpfern und Zivilisten begangenen
Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ein Massaker
vielleicht der einzig mögliche Weg zur Wiederherstellung
des Friedens ist.

Zehntausende kurdische Zivilisten fliehen vor
der türkischen Armee, verlassen das von ihnen eroberte
Land, das sie hofften, zu ihre Heimat zu machen.
Alle Kriege beinhalten einen Vereinfachungsprozess: Es
gibt nur zwei Lager auf einem Schlachtfeld und jeder
muss das Seine wählen. Im Nahen Osten, wo es eine
unwahrscheinliche Menge von Gemeinschaften und
Ideologien gibt, ist dieser Prozess besonders
erschreckend, da keine der Besonderheiten dieser Gruppen
mehr zum Ausdruck gebracht werden kann und jeder sich
mit anderen verbünden muss, die er missbilligt.
Wenn ein Krieg zu Ende geht, versucht jeder, die
Verbrechen, die er – ob freiwillig oder nicht – begangen
hat, zu vertuschen und manchmal auch unangenehme
Verbündete verschwinden zu lassen, die er vergessen
möchte. Viele versuchen dann, die Vergangenheit
wiederaufzubauen, um sich selbst in gutem Licht
erscheinen zu lassen. Genau das erleben wir heute mit
der türkischen Operation „Quelle des Friedens“ an der
syrischen Grenze und den unglaubwürdigen Reaktionen, die
sie hervorruft.
Um zu verstehen, was vor sich geht, reicht es nicht aus
zu wissen, dass alle lügen. Man muss auch herausfinden,
was jeder verbirgt und es akzeptieren, auch wenn man
dann feststellt, dass diejenigen, die man zuvor
bewunderte, tatsächlich Schurken sind.
Genealogie des Problems
Glaubt man dem europäischen Diskurs, könnte man meinen,
dass die bösen Türken die netten Kurden ausrotten
werden, die die klugen Europäer trotz der feigen
US-Amerikaner zu retten versuchen. Keine dieser vier
Mächte spielt die Rolle, die man ihr unterstellt.
Das aktuelle Ereignis muss zunächst im Kontext des
„Krieges gegen Syrien“ betrachtet werden, von dem er nur
eine Schlacht ist, und in den Kontext der „Umgestaltung
des erweiterten Nahen Ostens“, von der der
Syrien-Konflikt nur eine Etappe ist. Anlässlich der
Anschläge vom 11. September 2001 passten
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und sein neuer
Direktor für die „Force Transformation“, Admiral Arthur
Cebrowski, die Strategie des Pentagons dem
Finanzkapitalismus an. Sie beschlossen, die Welt in zwei
Zonen zu unterteilen: eine, die die der wirtschaftlichen
Globalisierung sein würde, und die andere, die als bloße
Rohstoffreserve angesehen würde. Die US-Armeen sollten
damit beauftragt werden, die staatlichen Strukturen in
diesem zweiten Teil der Welt zu beseitigen, damit
niemand dieser neuen Arbeitsteilung widerstehen
kann [1]. Sie begannen mit dem
„Erweiterten Nahen Osten“.
Es war geplant, die Arabische Republik Syrien nach
Afghanistan und dem Irak im Jahr 2003 (Syrian
Accountability Act) zu zerstören, aber
verschiedene Zufälle drängten diese Operation auf 2011
zurück. Der Angriffsplan wurde angesichts der britischen
Kolonialerfahrung in der Region neu organisiert. London
riet, die Staaten nicht vollständig zu zerstören, einen
minimalen Staat im Irak wiederherzustellen und
Marionettenregierungen zu behalten, dazu in der Lage,
das tägliche Leben der Völker zu verwalten. Basierend
auf der „Großen arabischen Revolte“ von Lawrence von
Arabien, die die Briten 1915 organisierten, war das
Ziel, einen „arabischen Frühling“ zu organisieren, der
die Muslimbruderschaft an die Macht bringt anstelle der
Wahhabiten [2]. Die prowestlichen Regime
Tunesiens und Ägyptens wurden zuerst gestürzt und dann
wurden Libyen und Syrien angegriffen.
Zunächst weigerte sich die Türkei, ein NATO-Mitglied,
am Krieg gegen Libyen teilzunehmen, das ihr erster Kunde
war, und dann auch an dem gegen Syrien, mit dem sie
einen gemeinsamen Markt geschaffen hatte. Der
französische Außenminister Alain Juppé hatte dann die
Idee, zwei Dinge mit einem Schlag zu erledigen. Er
schlug seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoğlu
vor, gemeinsam die Kurdenfrage im Gegenzug für den
Beitritt der Türkei zum Krieg gegen Libyen und Syrien zu
lösen. Die beiden Männer unterzeichneten ein
Geheimprotokoll, das die Schaffung eines Kurdistans
nicht in den kurdischen Gebieten der Türkei, sondern in
den aramäischen und arabischen Gebieten Syriens
vorsah. [3]. Die Türkei, die ausgezeichnete
Beziehungen zur irakischen Regionalregierung Kurdistans
unterhält, wollte die Schaffung eines zweiten
Kurdistans, weil sie an das Ende der kurdischen
Unabhängigkeitsbewegung auf ihrem eigenen Boden denkt.
Frankreich, das 1911 kurdische Stämme rekrutiert hatte,
um arabische Nationalisten zu unterdrücken,
beabsichtigte schließlich, in der Gegend ein
Pseudo-Kurdistan zu schaffen, wie es den Briten gelungen
war, eine jüdische Kolonie in Palästina zu schaffen. Die
Franzosen und Türken gewannen die Unterstützung der
Israelis, die bereits das irakische Kurdistan mit dem
Barzani-Clan kontrollierten, der offiziell Mitglied des
Mossad war.

- Hellbraun:
das von der King-Crane Kommission entworfene
Kurdistan, bestätigt von US-Präsident Woodrow Wilson
und 1920 von der Konferenz von Sèvres verabschiedet.
Die Kurden sind ein nomadisches Volk (das ist die
genaue Bedeutung des Wortes „kurdisch“), das sich im
Euphrat-Tal, im Irak, in Syrien und in der Türkei von
heute bewegte. Nicht als Stämme, sondern als Clane
organisiert, und bekannt für seinen Mut, schuf es viele
Dynastien, die in der arabischen Welt (einschließlich
der von Saladin dem Prächtigen) und der persischen Welt
herrschten, und stellte verschiedenen Armeen
Hilfstruppen zur Verfügung. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts wurden einige von ihnen von den Osmanen
rekrutiert, um die nichtmuslimische Bevölkerung der
Türkei, insbesondere die Armenier, zu massakrieren. Bei
dieser Gelegenheit ließen sie sich in Anatolien nieder,
während die anderen nomadisch blieben. Am Ende des
Ersten Weltkriegs schuf US-Präsident Woodrow Wilson,
gemäß Paragraph 12 seiner 14 Punkte (Kriegsziele), auf
den Trümmern des Osmanischen Reiches ein Kurdistan. Um
das Gebiet einzugrenzen, schickte er die
King-Crane-Kommission vor Ort, während die Kurden das
Massaker an den Armeniern fortsetzten. Die Experten
bestimmten ein Gebiet in Anatolien und warnten Wilson
vor den verheerenden Folgen einer Erweiterung oder
Verschiebung dieses Territoriums. Aber das Osmanische
Reich wurde von innen durch Mustafa Kemal gestürzt, der
die Republik ausrief und den territorialen durch das
Wilson-Projekt auferlegten Verlust verweigerte.
Kurdistan ist schließlich nicht entstanden.
Ein Jahrhundert lang versuchten die türkischen Kurden,
sich von der Türkei abzuspalten. In den 1980er Jahren
begannen die Marxisten-Leninisten der PKK einen echten
Bürgerkrieg gegen Ankara, der hart unterdrückt wurde.
Viele flohen nach Nordsyrien, unter den Schutz von
Präsident Hafez al-Assad. Als ihr Anführer Abdullah
Öcalan von den Israelis verhaftet und den Türken
übergeben wurde, gaben sie den bewaffneten Kampf auf. Am
Ende des Kalten Krieges wurde die PKK, die nicht mehr
von der Sowjetunion finanziert wurde, von der CIA
unterlaufen und mutierte. Die PKK gab die marxistische
Doktrin auf und wurde anarchistisch, verzichtete auf den
Kampf gegen den Imperialismus und stellte sich in den
Dienst der NATO. Die Atlantische Allianz nutzte ihre
terroristischen Operationen ausgiebig aus, um die
Impulsivität ihres türkischen Mitglieds einzudämmen.
Außerdem führte die internationale Gemeinschaft 1991
einen Krieg gegen den Irak, der gerade in Kuwait
einmarschiert war. Am Ende des Krieges ermutigte der
Westen die schiitische und kurdische Opposition, gegen
das sunnitische Regime von Präsident Saddam Hussein
aufzubegehren. Die Vereinigten Staaten und das
Vereinigte Königreich ließen 200.000 Personen
massakrieren, besetzten aber ein Gebiet des Landes, aus
dem sie die irakische Armee verbannten. Sie vertrieben
die Bewohner und brachten dort die irakischen Kurden
zusammen. Es war dieses Gebiet, das nach dem Krieg 2003
wieder dem Irak einverleibt wurde und um den
Barzani-Clan herum zum Irakisch-Kurdistan wurde.

- Die
Rumsfeld/Cebrowski-Generalstabskarte von der “
Neugestaltung des Erweiterten Nahen Ostens“.
- Quelle: “Blood borders – How a
better Middle East would look”, Colonel Ralph Peters,
Armed Forces Journal, June 2006.
Zu Beginn des Krieges gegen Syrien verlieh Präsident
Baschar al-Assad kurdischen politischen Flüchtlingen und
ihren Kindern die syrische Staatsbürgerschaft. Sie
stellten sich sofort in den Dienst von Damaskus, um den
Norden des Landes vor ausländischen Dschihadisten zu
verteidigen. Aber die NATO erweckte die türkische PKK
wieder zum Leben und schickte sie zur Mobilisierung der
Kurden in Syrien und dem Irak, um ein sehr
Großes-Kurdistan zu schaffen, wie es das Pentagon seit
2001 geplant hatte und durch die 2005 durchgesickerte
Generalstabskarte von Oberst Ralph Peters gezeigt wurde.

- Die
nach dem Scheitern des ersten Krieges gegen Syrien
veränderte Karte der Neugestaltung des “ Erweiterten
Nahen Osten“.
- Quelle: “Imagining a Remapped
Middle East”, Robin Wright, The New York Times Sunday
Review, September 28, 2013.
Dieses Projekt (das darauf abzielte, die Region aus
ethnischen Gründen zu spalten) entsprach überhaupt nicht
dem von Präsident Wilson im Jahr 1919 (zur Anerkennung
des Rechts des kurdischen Volkes) und auch nicht dem der
Franzosen (zur Belohnung von Söldnern). Es war viel zu
groß für sie und sie konnten nicht hoffen, es zu
kontrollieren. Auf der anderen Seite begeisterte es aber
die Israelis, die es als eine Möglichkeit sahen, Syrien
von hinten einzudämmen. Die Verwirklichung erwies sich
jedoch als nicht möglich. Die USIP, ein mit dem Pentagon
verbundenes „Five Eyes“-Institut, schlug vor, es zu
ändern. Großkurdistan würde zugunsten einer Ausweitung
des irakischen Sunnistan reduziert [4], das einer dschihadistischen
Organisation anvertraut werden würde: dem zukünftigen
Daesch.
Die Kurden der YPG, des syrischen Ablegers der PKK,
versuchten mit Hilfe der US-Streitkräfte, einen neuen
Staat Rojava zu schaffen. Das Pentagon nutzte sie, um
die Dschihadisten auf das ihnen zugewiesene Gebiet zu
beschränken. Es gab nie einen theologischen oder
ideologischen Kampf zwischen der YPG und Daesch, es war
nur eine Rivalität um ein Gebiet, das auf Kosten des
Irak und Syriens geteilt werden sollte. Und übrigens,
als das Emirat Daesch zusammenbrach, half die YPG den
Dschihadisten, sich den Al-Kaida-Kräften in Idlib
anzuschließen, indem sie sie ihr „Kurdistan“ überqueren
ließ.
Die irakischen Kurden des Barzani-Clans waren direkt an
der Eroberung des Irak durch Daesch beteiligt. Nach
Angaben der PKK, habe der Sohn des Präsidenten und
Geheimdienstchefs der irakischen kurdischen
Regionalregierung, Masrour „Jomaa“ Barzani, am geheimen
CIA-Treffen, das diese Operation plante, in Amman am 1.
Juni 2014 teilgenommen. [5]. Die Barzani kämpften nie gegen
Daesch. Sie begnügten sich ihr Territorium zu schützen
und schickten sie zur Konfrontation mit den Sunniten.
Schlimmer noch, sie ließen Daesch nicht-muslimische
Kurden, die Yeziden, in der Schlacht von Sindschar,
versklaven. Die Geretteten wurden von türkischen PKK-
und syrischen YPG-Kämpfern gerettet, die zum Einsatzort
geschickt wurden.
Am 27. November 2017 hielten die Barzani – mit der
alleinigen Unterstützung Israels – ein Referendum über
die Selbstbestimmung im irakischen Kurdistan ab, das sie
trotz offensichtlicher Tricks verloren. In der Wahlnacht
war die arabische Welt fassungslos, als in Erbil eine
Flut israelischer Flaggen entdeckt wurde. Laut dem
Magazin Israel-Kurd habe der israelische
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versprochen, im
Falle eines Sieges bei dem Referendum, 200.000
israelische Kurden zum Schutz des neuen Staates zu
überführen.
Um das Recht auf Selbstbestimmung genießen zu können,
muss ein Volk zuerst vereint sein, was für die Kurden
nie der Fall war. Es muss dann auch auf einem Gebiet
leben, in dem es in der Mehrheit ist, was nur in
Anatolien seit dem Völkermord an den Armeniern der Fall
war, dann auch im Nordirak seit der ethnischen Säuberung
dank der Flugverbotszone nach der Operation
„Wüstensturm“ und schließlich im Nordosten Syriens, seit
der Vertreibung der christlichen Assyrer und Araber.
Ihnen dieses Recht heute anzuerkennen, bedeutet,
Verbrechen gegen die Menschlichkeit gutzuheißen.>
Übersetzung
Horst
Frohlich
Korrekturlesen
: Werner Leuthäusser
[1]
Diese Strategie wurde erstmals erwähnt von Oberst
Ralph Peters in der „Stability, America’s Ennemy“,
Parameteers 31-4 (US-Heereszeitschrift),
Winter 2001. Dann deutlicher dargestellt für die
Öffentlichkeit durch Admiral Cebrowski‘s Assistent
in The Pentagon’s New Map, Thomas P. M.
Barnett, Putnam Publishing Group, 2004.
Schließlich veröffentlichte Oberst Peters die
Karte, die der US-Generalstab aufgestellt hat in “Blood borders – How a better
Middle East would look”, Colonel Ralph
Peters, Armed Forces Journal, June 2006.
[2]
Eine große Anzahl von Dokumenten, die bereits 2005
zur Verfügung stehen, bezeugen die Vorbereitung
dieser Operation durch den MI6. Insbesondere die
E-Mails des Auswärtigen Amtes, die der
Whistleblower Derek Pasquill enthüllte. Siehe : Sous nos yeux. Du 11-Septembre
à Donald Trump, Thierry Meyssan,
Demi-Lune (2017).
[3]
Die Existenz dieses Geheimprotokolls wurde damals
von der algerischen Presse enthüllt. Syrische
Diplomaten haben es mir ausführlich beschrieben.
Leider wurden die Archive in Damaskus anlässlich
eines dschihadistischen Angriffs überstürzt
übersiedelt. Es ist daher derzeit nicht verfügbar,
wird aber nach der Sortierung dieser Archive
öffentlich werden.
[4]
“Imagining a Remapped Middle East”,
Robin Wright, The New York Times Sunday Review,
September 28, 2013.
[5]
«Yer: Amman, Tarih: 1, Konu: Musul», Akif Serhat,
Özgür Gündem, 6 juillet 2014
========

16.10.2019:
„Schlimmer als IS“ – Trump kritisiert Kurdenpartei PKK
https://de.sputniknews.com/politik/20191016325867445-trump-kurdenpartei-pkk-kritik/
<US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch bei einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Staatspräsident
Sergio Mattarella harsche Vorwürfe gegen die kurdische
Arbeiterpartei PKK erhoben.
Während des Auftritts, den das Weiße Haus auf seinem
YouTube-Kanal live übertrug, bemängelte er, die PKK stelle
eine größere Bedrohung dar als die Terrormiliz „Islamischer
Staat”*.
„Die PKK, die – wie Sie
wissen – Teil der Kurden ist, ist vermutlich in vielerlei
Hinsicht schlimmer beim Terror und eine größere
terroristische Gefahr als der IS”, so Trump.
Die PKK sei ebenso hart oder härter als der IS.>
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von https://nex24.news
Nachdem sich in den letzten Wochen mächtige Kurden-Clans,
Prominente, sowie Eltern aus dem benachbarten Iran den
Protesten angeschlossen hatten, bekamen die Streikenden
nun namhaften Besuch aus Bosnien-Herzegowina.

Gemeinsam gegen PKK: „Mütter von Srebrenica“
unterstützen „Mütter von Diyarbakir“
Seit dem 3. September führen die „Eltern von Diyarbakır“
nun schon vor der HDP-Zentrale in Diyarbakır einen
Sitzstreik und protestieren lautstark gegen die
Verschleppung sowie Rekrutierung ihrer Kinder durch die
Terrororganisation PKK und deren politischen Arm, HDP. Die
türkische Regierung beschuldigt die HDP seit langem,
Verbindungen zur PKK-Terrorgruppe zu besitzen.
Weiter hier
https://nex24.news/2019/10/tuerkei-bosnier-unterstuetzen-kurdischen-sitzstreik-gegen-pkk/
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Was mit dem mutigen Schritt einer kurdischen Mutter im
Sommer begann, entwickelt sich allmählich zu einer Bewegung.
Immer mehr Kurden trauen sich, gegen die HDP-Partei und die
Terrororganisation PKK auszusprechen.
Der friedliche Protest der Mütter von Diyarbakır
gegen die PKK
Von Kemal Bölge – kboelge@web.de
In den verwinkelten Straßen der Millionenstadt Diyarbakır
ist gerade der Ruf des Muezzins ertönt, als sich am
Vormittag des 17. November 2018 der 17-jährige Murat* von
seiner Mutter Nevin verabschiedet.
Die Mutter hatte Tee gekocht und mit den beiden anderen
Kindern wurde gemeinsam gefrühstückt. Murat zieht danach
seine Schuhe an und macht die Wohnungstür hinter sich zu. Es
sollte das letzte Mal gewesen sein, dass die Mutter ihren
Sohn lebend gesehen hat. Wenige Kilometer entfernt im
Stadtteil Bağlar, Selahattin Eyyubi Str. 343.
Hier befindet sich die Provinzparteizentrale der HDP, der verlängerte
politische Arm der Terrororganisation PKK. Eine große
Menschenmenge hat sich wieder vor dem Gebäude versammelt,
die Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vor Ort.
Vor genau 100 Tagen, am 3. September 2019, begann der
Sitzstreik der Mütter von Diyarbakır, die sich gegen die
Entführung und Verschleppung ihrer Kinder seitens der PKK
stellen.
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https://nex24.news/2019/12/kommentar-die-deutsche-oeffentlichkeit-erfaehrt-nichts-ueber-die-mutigen-kurdischen-muetter/
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